Neue Kurzfilme der Rostocker Schule 2014

Kurzfilme werden zum FISH-Festival 2015 auraufgeführt

‚Aureole‘ ist die Lichterscheinung um den Körper eines Heiligen. Im Fall der Rostocker Schule ist es ein Kurzfilmprojekt und beschreibt die Geschichte der jungen Schauspielerin Asa. Am Mittwoch wurden die Türen zum Volkstheater geöffnet und damit zum Drehort.

– Von Antje Benda –

Thomas Wüstemann (Blond mit Bart) wartet auf Ruhe am Set von ‚Aureole‘. Foto: Antje Benda

Thomas Wüstemann (Blond mit Bart) wartet auf Ruhe am Set von ‚Aureole‘. Foto: Antje Benda

Die Rostocker Schule ist ein Zusammenschluss von jungen und talentierten Filmemachern, welche gemeinsam an kleineren Filmprojekten zusammenarbeiten. 2011 entstand der Plan vier Kurzfilme parallel zu drehen. Entsprossen sind bis zu diesem Datum zwei Projekte. Einmal vier Filme unter dem Thema „Hungrig“ und 2012 unter „Krank“. Vor ein paar Tagen ging dann eine Pressemitteilung zu dem neuen Projekt heraus. Unterschied ist, dass nicht mehr vier Filme unter einem Thema gedreht werden, sondern drei unabhängige Geschichten. „Von allen Seiten“, „Auf Sparflamme“ und „Aurole“ heißen die Projekte, welche sich stets und ständig mit dem Leben in und um Rostock befassen.

Der Film ‚Aureole‘ von Regisseur Thomas Wüstemann wurde unter anderem vom 30. Juli bis 01. August im großen Saal des Volkstheaters gedreht. Der Kurzfilm handelt von der hübschen Schauspielerin Asa, die unfähig ist Nähe aufzubauen. Sie gilt als distanziert und narzisstisch und erst als sie auf Julian trifft, verändert sich ihre Welt. Er zeigt ihr, dass Liebe kein Verbrechen ist. Niedergeschlagen muss Asa feststellen, dass sie sich an einem Punkt befindet an dem sie alle Mauern einreißen muss, um echte Liebe und Zuneigung zu erfahren.

Die jungen Schauspieler für ‚Aureole‘ entstammen dem Kurs ‚Filmspiel‘ der Rostocker Hochschule für Musik und Theater. Das Kurzfilmprojekt gibt ihnen die ersten Eindrücke, wie später ihr Leben mal aussehen könnte. Thomas Wüstemann ist ihr Regisseur, Mitglied der ‚Rostocker Schule‘ und Geschäftsführer bei Morphium-Film. Er hat bei dem neuen Intendanten des Volkstheaters Sewan Latchinian kurzfristig angefragt, ob der große Saal des Volkstheaters sein Drehort werden könnte. Herr Latchinian ist selbst passionierter Schauspieler und so war es keine große Frage gemeinsam mit ein paar Kollegen aus dem Urlaub zu kommen und das Projekt zu unterstützen.

AB: Rostocker Schule ist aus der Kooperation vom Institut für neue Medien und der HMT entstanden. Was assoziiert das Volkstheater damit?

Sewan Latchinian: Mit der HMT verbindet uns ja ohnehin eine Kooperationsvereinbarung. Und es soll auch in Zukunft eine viel größere Vernetzung aller Kulturträger der Hansestadt und des Bundeslandes Mecklenburg Vorpommern gelingen. Wir sind ja das Volkstheater also auch das Theater des Volkes und für das Volk. Für die Bevölkerung und die Künstlerkollegen erst recht.

AB: Herr Latchinian sie schauen positiv nach vorne und sind extra für die Anfrage mit einigen Kollegen aus der Sommerpause gekommen um die jungen Studenten in ihrem Vorhaben zu unterstützen. Wie kam es genau dazu?

Sewan Latchinian: Sie haben angefragt, dass sie einen Film drehen möchten der in einem Theater spielt von seinem Drehbuch her. Und das sich in Rostock kein anderes Gebäude so gut vorstellen könnten und wünschen würden. Da konnte ich nicht nein sagen.“

Andre Spilker und Sewan Latchinian

Andre Spilker und Sewan Latchinian bei den Dreharbeiten zu ‚Aureole‘ im ‚Großen Haus‘ des Volkstheaters Foto: Antje Benda

Neben Herrn Latchinian waren ebenfalls Klaus Blaudzun vom ‚Institut für neue Medien‘ und Andre Spilker beide Mitglieder der ‚Rostocker Schule‘ anwesend um die Dreharbeiten in Augenschein zu nehmen.

AB: Es war ja alles etwas kurzfristig in der Planung, so wirkte es zumindest. Wieso wurde am vergangenen Wochenende noch ein Casting angesetzt?

Andre Spilker: Im Vorfeld versuchten wir Rollen anderweitig zu besetzen und kein Casting zu machen man fragt dann im Freundes- und Bekanntenkreis rum. Wenn das eben nicht ausreicht, müssen wir ein Casting ansetzten. […] vor allem weil wir bei ‚Aureole‘ noch ziemlich viele Komparsen brauchten. Das hat aber leider nicht funktioniert. […] Es war insgesamt nicht so kurzfristig, die Vorbereitungen liefen schon Wochenlang. […] Wir haben dann antizipiert und nochmal Geld investiert in Flyer und Onlinewerbung.

AB: Aktuell drehen sie an drei Kurzfilmen parallel, wie läuft es an den anderen Sets?

Andre Spilker: Läuft sehr gut, wir fingen alle mit etwa zwei Stunden Verzug an, konnten es aber wieder rausholen. Insgesamt stehen alle gut im Plan. Bei den anderen läuft es total super. Die machen eher eine Groteske im Vergleich zu dem sehr ernsthaften und experimentellen Thema von ‚Aurole‘. Sie werfen an einem Set sogar mit Eiern. Ich war vorhin da. Es ist fantastisch irgendwie.

Uraufgeführt werden die drei Filme im Rahmen des Fish-Festival 2015. Man darf gespannt sein, was die jungen Filmemacher dem Publikum zu bieten haben. In den Reihen des großen Saales sind es auf jeden Fall Karin Geisler und Inge Kärgel. Sie sind bereits das zweite Mal Komparsen bei der Rostocker Schule.

Karin Geisler und Inge Kärgel - Schon zum zweiten Mal Komparsen bei Dreharbeiten der Rostocker Schule Foto: Antje Benda

Karin Geisler und Inge Kärgel – Schon zum zweiten Mal Komparsen bei Dreharbeiten der Rostocker Schule Foto: Antje Benda

Karin Geisler: Wir haben die Aufgabe Zuschauer zu spielen. Es dauert immer lange, aber für Leib und Wohl wird gesorgt. Ich hatte gestern auch das Glück mit der Hauptdarstellerin kurz zu reden. Es ist interessant die Schauspieler mal näher kennen zu lernen.

Persönlich würde meine      Einschätzung lauten, dass wir uns auf Großes freuen dürfen. Die Schauspieler sind engagiert und haben eine motivierte Crew und viele Unterstützer hinter sich stehen. ‚Aureole‘ behandelt die Selbstwahrnehmung von Liebe und Hass. Selbst wahrgenommen habe ich ein aktives zusammen wirken von vielen Kulturschaffenden in der Rostocker Szene und das zu großen Teilen im Ehrenamt. Schließen möchte ich mit den Worten des Intendanten des Volkstheaters zum Projekt ‚Kurzfilme der Rostocker Schule 2014‘.

Sewan Latchinian: Die Studenten sollten die Chance nutzen so viele Fehler wie möglich zu machen. Nur so, sammeln sie Erfahrungen.

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