Edelding – Urban Art in der Galerie Artquarium

Edelding eröffen am 3. September ihre Ausstellung mit einer Vernissage

Edelding – Urban Art in der Galerie Artquarium

„Edelding“ ist ein Kunst Duo bestehend aus Andrea aka „Kritzelkrabbe“ und Sebastian den man auch unter dem Namen „Vesuv“ entdecken kann. Am Mittwoch den 03. September werden sie ihre kleine Ausstellung im Artquarium mit einer Vernissage eröffnen. Wir haben uns vorher mit den Künstlern hinter dem Projekt unterhalten.

— Von Antje Benda —

Die gute Musik genießen oder dich erinnern wer du bist und alles zu einem mystischen Erlebnis machen. So könnte man die Bilder oder die Kunst von Andrea Köster und Sebastian Boldt gut beschreiben, sie machen zum großen Teil Live-Painting und verbinden Illustration mit Schriftgestaltung. Ihr immer wieder kehrendes Element ist der Affe, welcher sich durch ihre Werke schlängelt. Andrea ist hauptsächlich für die Gestaltung der Charaktere verantwortlich und gibt so ihren Wandbildern eine ganz eigene und moderne Note. Sebastian bringt seinen Teil mit illustrativer Typographie ein und rundet so ihr gemeinsames Werk ab. Bedeutet, dass er den Gestaltungsprozess mittels Schrift veredelt. Zusammen bilden sie das Art Projekt „Edelding“. Getrennt voneinander betrachtet, sind es Andrea als „Kritzelkrabbe“ und Sebastian als „Vesuv“, eigenständige Künstler, die einen gemeinsamen Weg gefunden haben. Die Hochschule Wismar und der Studiengang „Kommunikation und Medien“ brachte sie letztlich auf einen gestalterischen Nenner. Zwar liegen ein paar Semester zwischen ihnen, was aber nicht störend in ihrer Zusammenarbeit wirkte. Eine gemeinsame Freundin bat sie zum damaligen Zeitpunkt eine kleine Ausstellung zu organisieren. Es war eine Offenbarung und ließ ihre Stile ineinander greifen. Der Grundstein für „Edelding“ sollte dann letztlich vor zwei Jahren in Herford beim „Streetart Festival“ gelegt werden.

Antje Benda:

Auf eurer Homepage www.edelding.com findet man ein Video über Euch und Eure Aktionskunst. Wie ist es dazu gekommen auf einer Party ein Bild zu malen beziehungsweise welches Konzept steckt dahinter?

Andrea Köster:

Die Party fand an unserer Hochschule statt. Eine Freundin hatte uns damals gebeten ihre Veranstaltung mit Live-Painting zu begleiten. Für Gäste und Besucher ist es immer ziemlich spannend so etwas zu beobachten. Die Aktion wurde dann von Eddy, einem Freund von uns der bei „Rabauke“ – eine befreundete Filmproduktionsfirma – aus Rostock arbeitet, filmisch begleitet. Es wie ein kleines Promovideo und somit definitiv positiv zu betrachten. Es führte auch dazu, dass wir in Halle nochmal via Live-Painting arbeiten konnten.

Antje Benda:

Und wie kam es letztlich zur Motivwahl des Affen?

Andrea Köster:

Mich hat damals ein Brauch aus Indonesien beschäftigt. Dort werden kleine Äffchen abgerichtet. Sie werden an der Kette gehalten, geschminkt und wie kleine Puppen angezogen. Gegen Geld kann man sie dann tanzen und Kunststücke machen lassen. Das war die Idee für das Motiv und wurde dann auch für die Party umgesetzt. Wir machen uns anfänglich Skizze und durch die Aufteilung in Schriftgestaltung und Illustration kann man ganz gut parallel arbeiten.

Antje Benda:

Also ist diese Geschichte auch letztlich die Grundlage dafür, dass in euren Bildern der Affe in unterschiedlichen Farben und Formen als Element vorhanden ist?

Andrea Köster:

Ich möchte mich für die Zukunft nicht so auf die Affen festlegen wollen. Während meines Diploms beschäftigte ich mich mit dem mexikanischen Toten Tag und habe quasi ein Jahr lang nur Schädel in allen möglichen Formen gezeichnet. Irgendwann sind daraus Affen mit Schädelmasken entstanden. Das waren auch die ersten Sachen, welche ich auf Wände gebracht habe. Kann gut sein, dass sich das in eine andere Richtung entwickeln wird. Gerade fehlt mir aber dazu die Lust. Es ist thematisch einfach schön und besitzt einen mythologischen Ursprung. In verschiedenen Kulturen geht man davon aus, dass Affen ziemlich schlaue und freche Tiere sind. Quasi, die Botschaften vom Universum empfangen können und an Menschen weiter geben. Es stecken ziemlich viele und tiefe Geschichten dahinter.

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Die tiefgehenden Geschichten führten dazu, dass Andrea vom „Artquarium“ in Rostock unter ihrem Alter Ego „Kritzelkrabbe“ angesprochen wurde. Das kleine Kunstatelier im Barnstorferweg war und ist es wahrscheinlich immer noch, ständig auf der Suche nach neuen Künstlern aus der Region. Da Andrea als Solopart noch nicht genug Werke hatte, bot sich eine Ausstellung unter „Edelding“ an um einen Schritt weiter in ihrem gemeinsamen Projekt zu gehen. Sie wollen mit der Ausstellung nicht weg von der Wandgestaltung, sondern nur hin zu neuen Ausstellungsmöglichkeiten. Siebdrucke, bemalte Objekte, Holzplatten und Installationen werden ab Mittwoch zu sehen sein.

Antje Benda:

Auf Instagramm findet man zahlreiche Bilder von Euch u.a. vom Rostocker Radkino, eine Tür die ihr veredelt habt und auch Tap-Art auf Baumstämmen. Macht ihr sowas häufiger?

Sebastian Boldt:

Das war zum Anlass eines Workshops. Kreativsaison MV hatte mit Bloqqern eine Reise durch Mecklenburg gemacht. Sie sollten unser Bundesland auf unterschiedliche Arten erleben. Wir hatten damals den Kreativbereich abgedeckt und den Leuten versucht aktiv Urban Art näher zu bringen. Wir als Projekt „Edelding“ machen im Speziellen Wandmalerei. Insgesamt geht es aber viel weiter. Jeder ist dazu befähigt und befugt. Und bei dem Workshop konnten sich die Leute mit unterschiedlichen Materialien ausprobieren.

Antje Benda:

Ihr wart gerade a in Halle und habt dort Urban Art vollzogen auf dem „All You Can Paint Festival“. Was habt ihr dort getrieben?

Sebastian Boldt:

Das Festival ist durch junge Leute entstanden. Ein ziemlich runter gekommenes Stadtviertel von Halle wurde durch Urban Art wieder rekultiviert. Es wurden Häuserfassaden angemalt, was viele Leute wieder zurückgeholt hat. Beziehungsweise wenigstens die Aufmerksamkeit wieder auf die Stadt gerichtet wurde. Wir mussten Sonntag nach unserer Vernissage leider schon wieder fahren, aber „All You Can Paint“ läuft noch bis 14. September. Ganz viele Workshops, Poetry Slam und Live Painting. Es ist schön, weil es interaktiv ist und die Verbindung zu den Anwohnern aufbaut.

3Bestehende Verbindungen nutzen und das Bündeln von neuen Kontakten ist für die beiden ein wichtiger Ausgangspunkt ihrer Arbeit. Andrea hat ihre ersten Gehversuche im Live Painting unter dem jungen Rostocker Verein Palette e.V. vollzogen. Mittlerweile arbeiten sie nicht nur für befreundete DJs wie Slim Case, sondern auch für den Bunker und absolvieren Workshops in Rostock.

Antje Benda:

Am 3. September wird im Artquarium eure Ausstellung um 19 Uhr eröffnet. Geht ihr mit Bauchkribbeln an den Abend?

Andrea Köster:

Wir wollen hauptsächlich, dass es ein schöner entspannter Abend wird. Steffen Kirchoff wird auflegen und für eine beruhigende Atmosphäre sorgen. Er legt Deephouse auf mit sphärischen Elektroklängen. Wir sind dann auch beide da und werden Rede und Antwort stehen.

Das Projekt „Edelding“ wird durch den Start von Sebastians Diplomarbeit, welche er in Brasilien beginnt in die Winterpause gehen. Vorher wird sich „Edelding“ noch beim Berlin Festival im Art-Village präsentieren und natürlich ihre Ausstellung im Artquarium in Rostock am Mittwoch um 19 Uhr eröffnen. Mehr Informationen zum Kunstduo erhaltet ihr unter www.edelding.de.

 

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