“So herrlich dagegen”

Rapper Marteria stellt Musikvideo zu seinem Song „Mein Rostock“ vor

„La Familia“ scherzte der Rostocker Rapper Marteria auf der Premiere zu seinem neuen Video „Mein Rostock“, als er über seine Gäste sprach. Das Video ist der Vorbote zu seinem Auftritt beim zehnten Bundesvision Song Contest am 20. September.

– Von Antje Benda –

„Halte aus, ich bin gleich da, bin aufgeregt wie jedes mal.“ Der Anfang des Songs „Mein Rostock“ ist wohl auch die perfekte Beschreibung für das Zusammentreffen des familiären Kreises um den Rapper Marteria gestern (10. September) in der Rostocker Brauerei. Durch den Abend moderierte Geschäftsführer Christian Gliem und gab somit den Freunden Marterias verbal die Hand. Freunde treffen Freunde, so bezeichnet man den Abend wohl am besten. Fast jeder wurde mit einer Umarmung, einem Lächeln und einem Bier begrüßt. Marteria lud nicht nur seine Mutter ein, um sein neues Video „Mein Rostock“ vorzustellen, sondern auch Freunde aus Kinder-, Schul- und Hansa-Rostock-Tagen.

Gedreht wurde im Vorfeld in der Hansestadt mit dem Berliner Regisseur Justin Izumi, der aufgrund seiner nicht vorhandenen Ortskenntnis eingekauft wurde. Ohne Erwartungshaltung an das Video zu gehen und unvoreingenommen die Arbeit zu beschreiten, war das Ziel. Die Tatsache, dass Izumi schon bei „OMG“ Regie führte, war wohl ein weiterer Grund. Marten Laciny – bürgerlicher Name Marterias – war es wichtig, dass jemand den Film macht, der nicht „betriebsblind“ auf die Stadt schaut und etwas vergisst oder gar übersieht. Dabei wurde der anfänglich aufgestellte Plan des Regisseurs über den Haufen geworfen. Was blieb, waren die ausdrucksvollen Gesichter der Hansestadt. Sei es der „Späti 66“ in der Fritz-Reuter-Straße und seine Besitzer oder der Schifferklavieropa Michael Tryanowski aus dem Rostocker Stadtbild.

Spielmannopa Michael Tryanowski hatte ebenfalls eine Rolle in „Mein Rostock“. Foto: a19Me

Viele wurden gefragt und in Szene gesetzt, um seiner Stadt ein ehrliches Gesicht zu geben. Wenn man sich den Song selbst anhört, so sind die Parallelen zu Peter Fox und seinem „Schwarz zu Blau“ nicht von der Hand zu weisen. Grund dafür ist das Produktionsteam, das hinter ihm steht. „The Krauts“ haben bereits Seeed und Peter Fox Pate gestanden und sind nun zum wiederholten Male auch Marteria an die Seite gestellt worden. Der Erfolg ist mutmaßlich vorprogrammiert und stellt gute Voraussetzung für den bevorstehenden Auftritt beim Bundesvision Songcontest. Marteria wird in diesem Jahr für Mecklenburg-Vorpommern antreten und wohl auch wie in seinem Video schon die Flagge von und für Rostock nach oben halten. Lokalpatriotismus auf höchstem Niveau. Bei der Pressekonferenz zur Videopremiere heute um 12 Uhr scherzte der Musiker „Katja Burkhart weg, `Mein Rostock` an.“

Foto: Antje Benda

Sein komödiantisches Talent konnten seine Gäste in dem auf das Video folgenden „Making Of“ noch tiefgehender begutachten. Ein komisches Element wurde geschaffen und seines unterstrichen, indem alle Protagonisten Witze von Fips Asmussen im Kurzfilm erzählen mussten. Gelungen, gelungen und nochmals gelungen, kann ich an dieser Stelle sagen.

Produziert wurde das Making Of von seinem Sandkastenfreund Hajo R. Böttcher und dessen Companion Rudolph Glashagen von der Produktionsfirma a19me, die gemeinsam mit Richard Jakobi von Rabauke Filmproduktion den Kurzfilm mit abwechslungsreichen Sequenzen belebten und so den Dreh zum Video optimal einfingen. Die Stimmung vom Set wurde auf die Gäste im Brauereimuseum übertragen und fand mehr als einen Lacher, wenn stadtbekannte Gesichter die kurz und prägnant gehaltenen Witze zum Besten gaben. Neben seiner Familie waren auch Oberbürgermeister Roland Mehtling und Matthias Fromm, Geschäftsführer der Tourismuszentrale in Rostock, unter den Gästen. Sie waren repräsentativ für die Stadt dabei und lobten nicht zuletzt auch das Engagement des Rappers für den FC Hansa Rostock. Marteria hält dem Verein trotz dessen desolater Spielsituation weiterhin die Stange und kündigte bereits am Abend an, dass alle Mitwirkenden am Video auf der städtischen Flagge unterschreiben sollen und im Anschluss das Requisit versteigert würde. Der Erlös gehe dann wie immer an den Verein. Unterstützung für die Stadt und seine Kinder auf jeder Bühne und das auch auf der vom Bundesvision Song Contest. Er sagte, dass es ihm nicht ums Gewinnen gehe, sondern darum, die Aufmerksamkeit auf sein Bundesland zu ziehen und so Dinge zu verändern. Schließen möchte ich mit Marterias Worten über Rostock: „Du bist ehrlich zu jedem, du bist so herrlich dagegen, ja du hast mich groß und stark gemacht.“

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