Johannes Meißner – Eine Band spielt Bilder von Regenbögen

Johannes Meißner sind vier junge Musiker, welche sich an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock gefunden haben und auf einfache und beeindruckende Weise ihrer Musik einen Platz geben. Am 26. August sind sie in Greifwald und am 29. August in Rostock. Alles-MV hat sich vorher mit ihnen getroffen.

– von Antje Benda –

Maximilian Hirning, Axel Meier, Johannes Meißner und Lena Schmidt bei den Proben zur Tour.

Warum kann es nicht immer so sein …“ die ersten Worte von „Ego Ich“ einem Titel von Johannes Meißner. Zum einen der Texter Hannes und zum anderen eine junge Band, welche gerade ihre ersten Schritte Richtung Zukunft absolvieren.Sie sind Künstler, sie sind Menschen mit einem offenen Geist und mit Ambitionen die Welt zu inspirieren. Gedanken die meinen Kopf verlassen, während ich in Laage auf dem Boden ihres Proberaumes sitze. Um mich herum ein Wust an Kabeln und eben ihre Musik.

Mein Herz ist sonst ganz ruhig und ich lausche gebannt wie Johannes Meissner seine metaphorischen Worte ins Mikrofon säuselt. Lena Schmidt untermalt die Szenerie mit einer gefühlvollen Bedienung der Synthesizer und bildet für mich den Rahmen mit Axel Meier am Schlagzeug und Maximilian Hirning am Kontrabass. Der Boden vibriert, während sie ihre Titel interpretieren und ich so ein Gefühl für ihre Musik bekomme.In meinem Kopf formen sich ganz ruhig und langsam Bilder und drängen danach einen Weg in die Wirklichkeit zu finden. Jemand der sie das erste Mal hört, würde wohl sagen: „Das hört sich an wie ein erwachsener Tim Bendzko“ oder „Clueso – nur gefühlvoller“. Für mich sind sie einfach Johannes Meißner.

Mit dem Ende ihres Lieds beginnt unser Gespräch und gibt mir die Möglichkeit die Menschen hinter klangvollen Regenbögen und drängenden Fabelwesen zu erkennen. Eine Ahnung davon zu bekommen, was ihnen Musik eigentlich bedeutet.

Johannes Meißner, Axel Meier und Lena Schmidt (von links nach rechts) im Interview mit Antje Benda. (Maximilian Hirning ist schon im Bett.)

Antje Benda:

Ihr macht mittlerweile seit drei Jahren zusammen Musik, besser gesagt Maximilian, Johannes und Axel. Seit eineinhalb Jahren ist auch Lena mit dabei. Wie habt ihr zueinander gefunden?

Johannes Meißner:

Das war eine Geschichte die über die Hochschule für Musik und Theater Rostock gelaufen ist. Axel studiert da Schlagzeug und ich Gesang. Wir brauchten noch zusätzlichen und anderen Input. Dinge außerhalb des ganzen akademischen Hochschulgedöns. Wir haben dann zusammen Sessions gespielt und waren relativ schnell auf einer Wellenlänge. Es brauchte aber Untenrum ein bisschen mehr. Ein Bass fehlte und dann schauten wir in den Innenhof der HMT und da stand Maxi. Ein bärtiger Mensch aus Bayern. Wir machten dann eine ganze Weile als Pop-Jazz Trio Musik, obwohl mehr Pop als Jazz drin war.

Antje Benda:

Lena, in eurer Musik bist du an den Synthesizern ein sehr treibendes Element. Es ist fast so, als würdest du die stark bildlichen Texte von Johannes mit in den Himmel tragen und alles etwas sphärischer machen. Wie bist du letztlich zu dem Bandprojekt Johannes Meissner gestoßen?

Lena Schmidt:

Das ist eine längere Geschichte. Ich habe das Trio schon am Anfang gehört, als ich von Zürich nach Rostock kam. Hannes hatte mich relativ schnell gefragt, ob ich etwas dazu beitragen möchte. Ich war mir da allerdings damals nicht so sicher. Ungefähr ein Jahr nach seiner Frage, habe ich mir eine Prophet ’08 Synthesizer von Dave Smith Instruments gekauft und dann kam er noch mal an. Es hat dann so tierischen viel Spass gemacht, dass für uns relativ schnell klar war, dass wir jetzt so weiter machen.

Maximilian Hirning (links) Bass bei Johannes Meißner testet mit Antje Benda das Mikro.

Um unsere Unterhaltung weiter zu befüttern, spielen sie mir einen weiteren Song vor. Regenbogenmalmaschine. Geben mir so mehr Zeit zum Nachdenken und zum Träumen. Während ich meine Aufzeichnungen durchblättere und ihren Gefühlen lausche, welche sie über ihre Instrumente zum Ausdruck bringen, rufe ich mir ihre Auftritte ins Gedächtnis. Vor zwei Jahren Im Ursprung mit Traveller’s Diary in Rostock, auf der Hanse Sail 2013 und nicht zuletzt ihr Support bei der Jazzkantine.

Die Tatsache, dass sie alle auf unterschiedlichen Wegen zu ihrem Instrument gefunden haben. Axel als Beispiel hatte mit Klavier begonnen und wurde dann durch eigene Interessen aufs Schlagzeug aufmerksam. Johannes hingegen war Sohn eines Kruzianerchormitgliedes aus Dresden und so blieb ihm fast keine andere Möglichkeit, als den Weg eines Sängers einzuschlagen. Während ich weiter in meinen Notizen stöbere, schlängelt sich Ihre Musik in meine Gedanken und mit dem letzten Takt lichtet sich der von ihnen gewobene Nebel und gibt Platz für mehr, mehr Fragen von mir und mehr Antworten von ihnen.

Antje Benda:

Ihr seid gerade in den Vorbereitungen für eure anstehende Konzertreise und werdet am 29.08. auch den Mau Club in Rostock besuchen. Dort präsentiert ihr unter anderem eure neue EP, die zwar noch nicht ganz fertig ist, aber eine gute Grundlage bietet. Wie waren Produktion und Proben für euch rückblickend?

Johannes Meißner: 

Bei der Produktion kannst du alles machen und noch mal wiederholen. Das hat sich auch ziemlich lange gezogen, weil es bei einer Band nicht nur um eine Meinung geht, sondern um vier in unserem Fall. Es muss sich eben alles ein bisschen finden, bis man seinen eigenen Sound hat. Genau so etwas entwickelt sich halt, wenn man aufnimmt und darüber redet. Wir haben zum Teil mit einem Produzenten in Hannover zusammen gearbeitet Mirco Hoffmann aus den Horus Studios und dann haben wir mit Mark Reinke ebenfalls noch Lieder aufgenommen. Einem Wahnsinns Jazzmusiker und Pianist. Beide ganz unterschiedliche Musiker, aber geile unterschiedliche musikalische Meinungen.

Antje Benda:

Hier in Laage seid ihr jetzt und probt wahrscheinlich den ganzen Tag, wieso macht ihr das und vor allem warum in Laage?

Johannes Meißner:

Der Vater meines Gesangsschülers ist Pfarrer hier und macht ganz viel ehrenamtliche Arbeit mit Jugendlichen. Da hat sich dieses Haus aufgetan und das ist für Musiker einfach perfekt. Hier ist alles, was man braucht. Vielen Dank an Thomas Kretschmann an dieser Stelle.

Antje Benda:

Und wieso genau eine ganze Woche?

Axel Meier:

Wir haben zusammen keinen sozialen Alltag, dadurch das Maxi nach München zurückgegangen ist, um dort zu studieren. Der gemeinsame Lebensmittelpunkt, so wie es früher die HMT war, fehlt leider. So finde ich es gut und wichtig, dass wir uns hier eine Woche lang auch ein bisschen auf den Sack gehen. Zusammen essen und spielen. Dann klappt es auf der Bühne auch besser. Es ist halt schwierig die Entfernung zu überbrücken.

Johannes Meißner:

Find ich gar nicht. Es ist alles eine Sache von Organisation. Man muss halt die Zeit so intensiv wie möglich nutzen. Wir haben das Glück, dass Lena aus der Schweiz und Maxi aus Bayern Lust haben, dafür hoch zu kommen. Was Axel gesagt hat, ist richtig. Wir haben keinen gemeinsamen Lebensmittelpunkt, aber der lässt sich relativ schnell, innerhalb eines Tages, wieder herstellen. Es ist so, als wäre er nie weg gewesen.

Diesen Zusammenhalt zeigen sie stark in ihrer Musik. Da greift der Pinsel auf dem Trommelfell, in das Zupfen des Kontrabasses und die Stimme von Johannes. Die Töne tröpfeln einem den Rücken hinunter und dürsten nach mehr. Wundervoll zusammengefasst hat dies das Projekt „Rostock Rotates“. Christian und Roy Lidtke haben ein Portrait über die Band gedreht und vor kurzer Zeit auf rok-TV ausstrahlen lassen. Der Moment in dem ich die Musik von Johannes Meissner für mich entdeckte und erneut lernte mit meinen Augen und Ohren Regenbögen zu malen.

[http://www.youtube.com/watch?v=2VAqMSZ6jpU]

Tut euch also selbst einen Gefallen und geht auf ihr Konzert. In Rostock wird übrigens RANY ihr Support sein und zahlreiche Gastmusiker ihr Programm bereichern. Weitere Taten über die Band und ein Teil von dem was sie sind, findet ihr unter https://de-de.facebook.com/johannesmeissner .  

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