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Les Enfants Sauvages

Es war wohl einer der letzten warmen Tage in diesem Sommer, als Lena und Marten von Les Enfants Sauvages sich zu mir in das kleine Café Waldenberger in der Rostocker KTV setzten. Das Wochenende steckte ihnen in den Knochen und gemeinsam genossen wir bei einer Tasse Kaffee den sonntäglichen Sing Sang. Mit einem Blick Richtung Himmel konnte ich sogar die jazzigen Melodien ihrer Musik hören: ruhig, entspannt und genau das Richtige, um die Augen zu schließen.

Les Enfants Sauvage@Reiner Nicklas (2)
v.l. Lena, Axel, Amelie und Marten © Reiner Niklas

Seitdem Lena 2016 ihren Abschluss an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) in Rostock machte, sind sie und Marten zusammen mit Amelie und Axel eine Band, die sich unter anderem dem Jazz hingiebt. Man hört Ihnen beim Musikspielen gerne zu. „Ich wollte meine Songs für mein Abschlusskonzert gerne mit einer passenden Stimme im Kopf schreiben. Amelie war damals zwei Jahrgänge unter mir an der HMT. Ihre Art zu singen und ihre Bühnenpräsenz haben mich sehr inspiriert und so habe ich sie gefragt“, erzählt Lena über ihre Entstehung. Marten war ein Künstler, mit dem sie gern arbeiten wollte und mit Axel, Schlagzeuger der Band, verbindet sie bis heute eine alte Musiker-Liebe. „Ich wusste nicht, ob das funktioniert. Hat es aber. Und das hat im nächsten Schritt bedeutet, dass man mehr Programm braucht. Direkt nach dem Konzert war ich aber noch nicht soweit. Also hat es nochmal bis 2017 gedauert, bis wir wirklich eine Band waren.“

Ihr Repertoire bestand anfänglich aus mehreren Bearbeitungen bestehender Songs. „Bei eigenen Konzerten spiele ich auch lieber Selbstgeschriebenes, aber im Kontext meines Abschlusskonzertes 2016 hat es mir doch sehr viel Spaß gemacht ein paar persönliche Lieblingslieder zu covern“, kommentiert Marten mit einem Schmunzeln Lenas Vorgehen. Marten hatte sich bei seinem Abschluss-Konzert an Künstler wie der Norwegische Band Jaga Jazzist und Bonobo gewagt. Das Programm von Les Enfants Sauvages ist mittlerweile aber gut mit eigenen Werken gefüllt, sodass sie damit eigene Konzerte füllen können. Hoffen kann man, dass Lena trotzdem am 30. Oktober im Peter-Weiss-Haus den Song „Black Coffe“ von Ella Fitzgerald singen wird, denn jeder, der sie an den Synthies liebt, wird es noch mehr als Sängerin tun.

 

„Ich sehe mich in erster Linie als Instrumentalistin. Ich kam eigentlich zum Singen, weil ich Songs schreiben wollte. Und zwar für andere. Das war aber zu kompliziert. Und so habe ich das Singen einfach selbst ausprobiert“, sagt Lena.

Bis Ende 2019 sollen idealerweise zehn Songs auf CD gepresst werden. „Wir sind gerade am experimentieren. Ob wir es zusammen oder getrennt aufnehmen und mit wem. Schon mit guten Mikros, weil Marten ist ziemlich fit in der Geschichte.“ Könnten Sie sich einen Kandidaten aussuchen, würden sie Moritz vom Studio van Rauschen wählen, erzählt Marten erregt: „Moritz ist mein ‚Besterstudiokumpel‘. Er mastert meine Tracks und hat auch die zwei Loopmilla-Alben gemischt, bei denen ich ja … spiele.“

Ein Titel, der bereits aufgenommen wurde, ist „Hold on“. Sie sagen selbst, dass er radiotauglich wäre und die Instrumente gut von jedem Zuhause aufgenommen werden konnten. Einzig gemischt werden, muss die Liebeserklärung an die Menschenhasser noch. „Es ist spannend, dass genau den Leuten, die einem das Leben schwer machen, ein Song gewidmet wird.“ Lena nippt an ihrem Kaffee und dreht sich beim Reden eine Zigarette. „Hold on“ ist schnell, treibend und spielt mit einem fetten Synthiebass. Einzig das punkige Gitarren-Riff könnte ihre Hörer irritieren. Sind ihre restlichen Songs bis zu diesem Zeitpunkt doch eher melancholisch.

Viel findet sich von Lenas Identität in der Band, so auch ein Schweizer Volkslied. „Meine Mutter hat uns Kindern früher immer ein französisches Chanson vorgesungen. Daran habe ich mich erinnert und wollte es gerne spielen. Habe es aber nie gefunden, nur den Text. So heißen wir jetzt Les Enfants Sauvages und spielen einen Song, der zum Teil Original und zum Teil aus meiner Erinnerung erstellt wurde.“ Das Guggisberglied, das mittlerweile in dem Jugendbuch „Vor Kummer sterbe ich“ verarbeitet wurde und zusammen mit einer CD zu erhalten ist. Darauf sind zwanzig unterschiedliche Interpretationen, unter anderem auch die der Band. „Auf das Lied wurde in der Schweiz mal die Todesstrafe ausgesetzt, weil wenn das Soldaten gesungen haben, haben Sie so doll Heimweh bekommen, dass sie nicht mehr fähig waren, was zu tun und dann wurde es verboten“, erzählt Lena.

Ob sich Les Enfants Sauvages nur eine Lebensabschnittsformation bleiben wird oder zu einem Kollektiv erwächst, wird die Zeit zeigen. Die breitgefächerten Skills der Band sind schon in ihren anderen Projekten (Lena: Nymphatamin, Amelie: All was well, Axel: Olivinn, Marten: Loopmilla) zu hören und finden nun gemeinsam eine gute Harmonie. Zu empfehlen ist also, ihre Konzerte zu besuchen, solange man kann und zu hören, wie sie aus alten Sachen etwas Neues machen und nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Publikum inspirieren. „Halbherzig Musik machen, kenn ich gar nicht“, schließt Marten das Interview und verschwindet in das Innere des Cafés, um mit einem befreundeten Musiker einen Plausch zu halten. Lena und ich sitzen noch einen Moment, genießen die Sonne, bevor auch wir in den Sonntag verschwinden.

Besetzung:
Lena Schmidt – Keys, Voc, Komposition
Amelie Olbrich – Voc
Marten Pankow – Guitar, Electronics
Axel Meier – Drums
Gründungsjahr: September 2017
Online: http://www.lesenfantssauvages.de/
Veröffentlichungen:
Angestrebt wird das Jahr 2019 mit einem Album.
Eine gebastelte Live-CD (wird auf den Konzerten vertickt)

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Frohe Weihnachten: Manchmal ist die kleinste Welt die größte

2017 war ein aufregendes Jahr für mich und wohl auch für Euch:
Nach fast drei Jahren als Musikchefin bei Radio LOHRO habe ich mich Anfang des Jahres
auf den Weg in die Selbständigkeit gemacht.
Und ich kann es bestätigen: selbst und ständig ist man am Arbeiten!

Als freie Journalistin, Autorin und Dozentin verdiene ich seit fast einem Jahr
meine „Brötchen“ und sammle jeden Tag neue Erfahrungen.
Bereue ich es? Kein Stück! 

Neue Projekte, neue Menschen und natürlich neue Herausforderungen
machen meinen Arbeitsalltag abwechslungsreich und flexibel.
Ich freue mich auf ein aufregendes Jahr 2018!

Feliz Navidad wünsche ich Euch allen!

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Silvester – Das Fest, an dem die Couchen die Clubs erobern

Silvester – ein Tag der wahrscheinlich nicht nur mir egal ist. Aber: Wir werden alle irgendwas tun! Heißt? Raclette machen oder Alkohol trinken oder mit den Kindern auf Betten hüpfen oder tanzen gehen oder Raketen steigen lassen oder jemand Fremdes küssen. Die Vielzahl an Möglichkeiten der Feierei zu Silvester ist unerschöpflich. Warum das Ganze? Warum nicht einfach im Bett bleiben, Gremlins 1 und 2 schauen und durch ein selbst erwähltes „Fresskoma“ in einen tiefen Schlaf fallen und das vor 24 Uhr? Warum fühlt man sich gezwungen, wach zu bleiben. Dabei weiß ich jetzt schon, dass ich um drei Uhr morgens im Bett liege. Der Umgang mit Alkohol, Böllern und in der Kälte stehen, führt stets zu einem frühzeitigen Ausscheiden meinerseits.

Ein historischer Seitenblick

Aber schauen wir doch kurz auf das historische Silvester. Wir feiern das Ende des Jahres und das laut, besoffen und bloß nicht allein. Bereits die Römer sollen 153 v. Chr. die Jahreswende gefeiert haben. Damals noch am 1. März, aber wie sagt man so schön:

Feste soll man feiern, wie sie fallen.

Der Name Silvester selbst entstand erst 1582 (damals wurde das Jahresende vom 24. auf den 31. Dezember verlegt), als man sich auf den Todestag des Papstes Silvesters besann († 31. Dezember 335) und nun heißt es: Notte di San Silvestro, Réveillon de la Saint-Sylvestre, Sylwester oder Silvestrovské oslavy.

Gemeinsam wollen wir die bösen Geister vertreiben. Blöd nur, dass sich die bösen Geister in 2016 materialisiert haben und in menschlicher Gestalt ihr Unwesen treiben. Ähnlich wie bei den Gremlins wurden sie nach Mitternacht gefüttert oder mit Wasser bespritzt. Heißt für den Rest der Welt: die Jalousie nach oben zu ziehen und die Sonne rein zu lassen. Doch bevor es daran geht, sich ins neue Jahr zu stürzen und die trumpschen Dinge zu erwarten, wie sie kommen werden, gehen wir tanzen. Und mit wir, meine ich wirklich. WIR ALLE. Die Clubs werden überfüllt sein. Man wird Menschen sehen, die sonst nur zwischen Couch und Fernbedienung hin und her laufen. Aus einer soliden 40-jährigen wird eine quirlige 16-Jährige, aus einer gestanden Frau wird ein Mädchen, die an dem Typen an der Ecke hängen bleibt. Schlimm? Nein. Ich sehe es wie die alten Römer: Man sollte die Feste feiern, wie sie fallen.

Vorsätze zu Silvester

Aber, was wäre Silvester ohne Vorsätze. 20 Kilo weniger, nicht mehr so oft online sein, gesünder leben, bla bla bla. Wie viel halten wir davon ein? Eine vage Vermutung meinerseits: Nichts. Also, eine Empfehlung von mir, die vielleicht auch eure Umwelt positiv beeinflusst:

  1. Mindestens 5 Mal an Tag lachen und das auch über die plattesten Witze der Welt
  2. Nicht im Takt tanzen
  3. Eigene Meinung bilden
  4. Lieb sein

Einen guten Rutsch ins Jahr 2017 für Euch, hab gehört, dass es gut werden soll.

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Fragen in die Runde …

Es ist Samstag und ich habe eine Woche hinter mir, die mich müde gemacht hat. Um 4 Uhr morgens aufstehen und 23 Uhr abends wieder ins Bett, ist anstrengender als ich gedacht hätte. Aber es war selbst gewählt. Kein Problem, das ein Recht zum Jammern gibt. Der Vorteil an der Woche ist aber, dass irgendwann der Moment kam, an dem ich komplett ruhig wurde. Total entspannt. Was dazu führte, dass ich in meinen Augen bewusster oder anders über meine Umgebung nachdachte.

Stellt Euch also einfach vor, wie ich zum Beispiel auf dem Doberaner Platz in Rostock stehe und mich ganz langsam im Kreis drehe. Ganz langsam, dann schneller werdend. Die Welt verschwimmt um mich herum und ich verliere langsam mein Gleichgewicht und dann stoppe ich. Ein Wanken geht durch meinen Körper. Ich schaue nach vorn und sehe ein Stück Welt, wie sie ist.

Ich habe Menschen gesehen, natürlich wie sollte es auch anders sein. Die vorwiegend müde wirken. Weil Sie zu viel arbeiten? Weil Sie das bisschen Zeit, das sie haben mit Freunden und Familie verbringen und dadurch wenig Schlaf kriegen? Weil sie Eule und nicht Lerche sind?

Ich sehe Menschen, die kaum noch lächeln. Weil Sie mit Ihrem täglichen Leben im unreinen sind oder eigentlich woanders sein wollen?

Ich sehe die Kultur in unserer Stadt, die am „abnippeln“ ist. Aber wieso? Aufgrund von fehlenden Geldern, mangeldes Engagement oder weil die breite Masse kein Interesse hat, sich dieser zu widmen?

Ich sehe Sonne und Kinder, die das erste Mal eine Schultüte in der Hand halten. Für Sie beginnt das aufregende Leben der Erwachsenen. Werden Sie in 15 Jahren immer noch so toll über das Erwachsensein denken?

Ich sehe Menschen, die in unsere Stadt kommen und Nichts haben, aber nur von wenigen die Hand gereicht bekommen. Es werden Bilder gepostet, man soll helfen. Es werden Texte geschrieben und Kleider gespendet. Doch wer dreht sich zu Ihnen, lächelt Sie an und sagt „Hallo, schön dich kennen zu lernen.“ ?

Ich sehe einen Mann, der vor dem Döner an der Ecke steht. Seine Haut ist dunkel von der Sonne, seine Haare zerzaust, seine Nägel dreckig und er trägt mehrere Lagen Klamotten. Wieso denke ich gleich was Negatives? Vor was fürchte ich mich?

Ich drehe mich weiter und sehe Nichts … nur etwas Ruhe. Dann lass ich mich fallen auf eine Bank, welche kurz hinter mir steht. Lehne mich zurück, atme kurz durch und überlege. Dann höre ich ein Klingeln, die Straßenbahn hält am Platz. Die Türen öffnen sich und neue Menschen durchfluten meine Welt.

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Julia Engelmann: Alles kommt irgendwie in Wellen

Julia Engelmann ist Schauspielerin und Poetry- Slammerin. Sie spielte von 2011 bis 2012 in der RTL Serie „Alles was zählt“ die Eishockeyspielerin Franziska Steinkamp. Damals schlug sie noch Wellen auf dem privaten Sender, jetzt sorgt sie für Unruhe in der Slammer Szene. Ihr Poetry-Slam Text „One Day“ wurde im Juli 2013 auf Youtube online gestellt und hat bis heute fast 8 Millionen Klicks genießen dürfen.

„Eines Tages, Baby, werden wir alt sein, oh Baby, werden wir alt sein und all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.“ (One Day/ Reckoning Text – Julia Engelmann)

Originalbild unter: http://martaurbanelis.fotograf.de/photo/53887756-3520-4d4e-a850-4c760a22dfb0
Bild: Marta Urbanelis

Erzählen wird Julia Engelmann eine Menge und wohl nie zurück blicken und bereuen müssen etwas nicht getan zu haben. Ihr Lebenslauf ist schon zu diesem Zeitpunkt beeindruckend. Schauspielerin, Slammerin, Psychologiestudentin und Musikerin in Passion. Eines ist klar: das Wort ist ihr tägliches Instrument.

Dein Lebenslauf sieht für dein Alter schon gut aus, wie hat sich der genau entwickelt?
Julia Engelmann: Ich wollte früher immer mal Schauspielerin werden. Mit 13 Jahren habe ich angefangen in Bremen Jugendtheater und so zu spielen. Die Schauspielerei betreibe ich also schon eine ganze Weile. Der Rest hat sich einfach ergeben. Bei „Alles Was zählt“ habe ich zwei Jahre hauptberuflich gearbeitet, wollte aber irgendwann etwas anderes machen und entschloss mich dann für ein Studium. Ich stehe immer noch bei eine Agentur unter Vertrag und gehe ab machmal zu kleinen Castings, aber nur so nebenbei.

Du studierst Psychologie oder?
Julia Engelmann: Meine Mama ist Psychologin. Sie hat recht spät angefangen zu studieren und ich war damals schon in einem Alter, indem ich alles mitbekommen habe. Wir lernten sogar zusammen und ich konnte dadurch schon einiges aufschnappen. Das gefiel mir alles recht gut. So habe ich mich ziemlich schnell für das Studium der Psychologie entschieden.

Neben deinem Studium bist du als Poetry-Slammerin unterwegs. Viele Menschen haben den Traum ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Du hast es irgendwie geschafft eine große Masse mit deinen Worten zu erreichen, beziehungsweise auf deinem Buch steht „Die Stimme einer ganzen Generation“. Wie kam das?
Julia Engelmann: Ich glaube es war Glück, mein Video zu „One Day“ auf Youtube war einfach zum richtigen Zeitpunkt da. Es gibt viele Menschen, die gut schreiben können und ich hatte einfach Glück. In der Regel sind die Texte in meinem Kopf und ich schreibe meine Gedanke in ein kleines Buch. Sollte nichts zum Schreiben zur Hand sein, schicke ich mir auch gerne mal selbst eine E-Mail. Ich sammle meine Gedanken und wenn ich merke, dass mich ein Thema tief beschäftigt, setzte ich mich ein oder zwei Nächte hin und schreibe einen Text dazu. Vieles kommt natürlich aus unbeantworteten Fragen. Ich bin aber insgesamt ein Happy End Typ und versuche jegliche Konflikte auch in diese Richtung zu schieben.

Sie ist eine Poetin unserer Zeit und schreibt neben ihren Gedichten auch Texte für Stern.de und gibt dort ihre Gedanken zu Papier. Gerichtet sind die Texte wohl am ehesten an die Generation zwischen 20 und 30 Jahren. Es sind die Gefühle des Erwachsenwerdens, die Gedanken über Liebe und Schmerz und Texte über das Finden der eigenen Aufgabe. Sie gibt ihren Anhängern die Möglichkeit durchzuatmen und festzustellen, dass da noch jemand ist, der diese Gefühle und Gedanken hat. „Die Hoffnung ist das Kryptonit meines Realismus“, schreibt sie selbst in dem Text „Vom Gegenteil von Liebe“ und zeigt damit das sie etwas anderes sieht oder erhofft von unserer Welt. Man darf auf Julia Engelmann gespannt sein und mitverfolgen wohin sie mit ihrer Poesie noch wandern wird.

Du warst letztes Jahr als Begleitung von Tim Bendzko unterwegs. Wie war das?
Julia Engelmann: Ein großartige Erfahrung. Es war irgendwie von jetzt auf gleich. Es war der Wahnsinn. Er hatte noch einen Singer Songwriter im Vorprogramm und ich bin dann praktisch zwischen ihm und Tim aufgetreten. Ich habe dann „Stille Wasser sind attraktiv“ vorgetragen. Es war erstaunlich schön, wie 7000 Leute still sein können und zuhören. Ich habe seit „One Day“ insgesamt mehr Emails, Mehr Auftrittsanfragen. Es ist alles unglaublich schnell geworden. Bin herumgefahren, geflogen und habe jetzt ein Urlaubssemester, damit ich alles schaffe. Es hat echt viel verändert. Mein Buch wurde veröffentlicht und halt die Tour mit Tim Bendzko. Ich würde nicht ausschließen wollen, dass ich nicht weiter als Poetry-Slammerin arbeite, aber was kommt, kristallisiert sich hoffentlich von selbst heraus.

Julia Engelmann singt laut und gerne. Spielt Klavier und Gitarre. Und wird am 12. Juni ihre Texte mit der Musik verbinden und so ihre Affinität zu Noten und Gesang einen Ausdruck geben.

„Das Leben, das wir führen wollen, wir können es selber wählen. Also los, schreiben wir Geschichten, die wir später gern erzählen!“ (One Day/ Reckoning Text – Julia Engelmann)

Info:
Julia Engelmann slamt am 12. Juni 2015 im Arno Esch Hörsaal (Audimax-Ulmenstraße)
Beginn: 20 Uhr

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Entdecke den Kontinent Pangea

Das Pangea-Festival wird vom 28. – 31. August ein kunterbuntes Wochenende in Pütnitz bieten. Dort findet sich ein Sport-Setup, welches seines gleichen sucht. Eine Vielzahl an Workshops mit mehr als nur ein paar Stündchen Geklimper auf der Ukulele. Zusammengefasst: Never stop playing!

– Von Antje Benda –

Das Pangea-Festival geht am 28. August in die zweite Runde und wird jedem, der dem Sport nicht abgeneigt ist, einen Spielplatz in Originalgröße bieten. Im Vergleich zum letzten Jahr soll alles komprimierter sein. Die Weitläufigkeit ist der Konzentriertheit gewichen, ein Resultat der Aufarbeitung des letzten Jahres. In einem Telefonat im Vorfeld erzählte mir Rick Jensen, selbst passionierter Kitesurfer und Wakeboarder, dass sich auf dem ehemaligen Militärgelände in Pütnitz einiges getan hat. Der für den Aufbau und die Umsetzung des Sportbereiches Mitverantwortliche berichtete von einem großen Flugzeughangar, welcher als Tummelplatz dient. In diesem befinden sich neben der Hauptbühne noch eine Wakeboardanlage, ein Skate-, ein Dirtbike- sowie ein BMX-Park. Viele Dinge haben sie beim Pangea Festival das erste Mal selbst gemacht und mussten so an ihren Fehlern lernen.

Dieses Jahr haben sie sich eine weitere Herausforderung geschaffen. Sie bauten einen Pool, der eine Grundfläche von 1500 Quadratmetern hat; das heißt 1,5 Mio. Liter Wasser fasst und natürlich schwierig im Vorfeld zu planen ist. Das Festival ist wie sein eigener Kontinent. Lisa Oldenburg ist seit einiger Zeit eine der Stimmen nach Außen. Sie hat sich ein wenig Zeit genommen und mit mir über das Unternehmen Supreme Surf, welches hinter dem Pangea steht, gesprochen und versucht mir das Lebensgefühl, welches sie transportieren zu erklären.

03_HangarAntje Benda: Supreme Surf ist eine Kombination aus Shop, Surfschule und Events. Und eigentlich mit Ausnahme des Winters auch immer in MV zugegen und aktiv. Wie hat sich das Großprojekt Supreme Surf entwickelt?

Lisa Oldenburg: Die Köpfe von Supremesurf sind Hans und Dani, die aus einem kleinen Surfshop eine Firma entwickelt haben, die sich nicht mehr nur mit Surfen beschäftigt, den Ursprung zum Wassersport aber nie verloren hat. Angefangen hat alles typisch klein mit dem gelegentlichen Verkauf von Surfmaterial, auch online, was zu der Zeit in Deutschland eher unbekanntes Terrain war. Dazu kam dann der allmähliche Aufbau einer Surfschule, die mittlerweile schon ein paar Schüler aufs Wasser gebracht hat. Die kleinen organisierten Events, die ursprünglich eher privat, fürs Team oder gelegentlich für Kunden gedacht waren, haben sich dann doch zu etwas größeren Events entwickelt, die sich als feste Termine in der Surfszene etabliert haben. Im Sommer scheint sich dann mit den Surflehrern, fleißigen Helfern für die Veranstaltungen, Unterstützern im Shop und vielen mehr, die Zahl der Mitarbeiter zu vervielfachen. Trotzdem versteht sich Supremesurf als ein großes Team, welches alle Projekte gemeinsam umsetzt.

01_Dani_HansAntje Benda: Der Dreh- und Knotenpunkt ist der Sport und das damit verbundene Lebensgefühl, welches durch eure Kurzfilme ziemlich stark nach vorne transportiert wird. Das Marketing steht in meinen Augen bei Euch klar im Vordergrund. Die Frage ist, gibt es genau das wieder, was man auf den einzelnen Events erlebt? Beziehungsweise wie viel unternehmerischer Charakter steckt in der ganzen Umsetzung?

Lisa Oldenburg: Natürlich ist Supremesurf keine reine Freizeitveranstaltung, sondern eine Firma, die einige Menschen hauptberuflich beschäftigt. Bei allen Projekten wird extrem viel Herzblut eingebracht und das Lebensgefühl, welches im Marketing rübergebracht wird ist ehrlich. Wir nennen es auch liebevoll die „organisierte Freakshow“, denn hier geht es wahrscheinlich ein bisschen anders zu, als in anderen Unternehmen: bei Wind wirkt das Büro wie leergefegt, weil alle zum surfen auf dem Wasser sind, Ideen werden umgesetzt, die zuerst verrückt und nicht realisierbar erscheinen. So ist das nun mal, wenn ein Haufen junger Menschen aufeinander trifft, die alle in irgendeiner Art und Weise die Liebe zum Wassersport verbindet.

Antje Benda: Das Pangea-Festival startet am Wochenende des 28. August, somit das Schlusslicht unseres Festivalsommers. Hinter dem Projekt steht Supreme Surf mit einer immensen Man- Power. Wenn jemand Lust hat bei euch aktiv zu werden, was muss er tun?

Lisa Oldenburg: Pangea, das ist ein großer Abenteuerspielplatz, ein Gemeinschaftsprojekt bei dem viele Menschen auf unterschiedlichste Art mitwirken und ihre Kreativität, Ideen und Visionen umsetzen. Natürlich steht dahinter auch eine Crew, die sich beruflich das komplette Jahr mit dem Festival beschäftigt. Neben dem ganzen verrückten Input müssen nämlich auch Sicherheitskonzepte ausgearbeitet werden, Genehmigungen beantragt und Flächenplanungen konzipiert werden. Dabeisein können alle, die Lust haben sich einzubringen und für Projekte solcher Art brennen.

image001Antje Benda: Das Pangea setzt sich aus den vier Bereichen Sport, Musik, Kindsein und Kultur zusammen. Erläutere mir kurz das Konzept hinter den einzelnen Bereichen beziehungsweise das ganze Projekt?

Lisa Oldenburg:Pangea bedeutet Spaß, Kind sein, Musik, Sport, ein Wochenende an dem einfach alles geht. Alles, was uns den Alltag vergessen lässt. Pangea bedeutet aber auch eine neue Art von Festival, das sich nicht nur der Musik widmet, sondern vielen Aktivitäten.

Was wäre ein Festival ohne Musik? Es wäre traurig, wie Sommer ohne Eis. Einfach undenkbar! Beim Pangea gibt es für jeden Geschmack die richtige Musik. Ihr mögt Elektro? Auf zu andhim! Lieber Rap? Blumentopf! Oder doch Indie? I Heart Sharks! Hier könnt ihr mit eurem gesamten Freundeskreis anreisen. Und sollte mal für eine Stunde nicht der richtige Akt dabei sein – Ab zum Sport!

Sportlich könnt ihr euch auf einiges freuen, ob an Land, im Wasser, auf Rollen oder laufenden. Bei der Vielzahl von Funsportarten dürfte für jeden, auch den größten Sportmuffel unter uns, etwas geboten sein.
Kid Simius war zu doll gestern? Die Musik ist gerade nicht euer Ding und Sport geht mit Kater-Kopf auch nicht klar? Auch dafür haben wir was! Gammeln im Zelt war gestern, heute geht ihr zu einem der vielen Workshops. Wie wäre es mit einem Zirkus Workshop? Oder lernt Häkeln! (Das wird eure Oma freuen) Nach diesem Wochenende seid ihr kulturell Up-to-Date. Versprochen.
Kinder haben keine Rechnungen, keine Prüfungen, keine Zukunftsängste. Sie leben einfach nur und machen Dinge, die ihnen Freude bereiten. Das Pangea bietet euch einen Abenteuerspielplatz. Mit Bällebad, Hüpfburgen und Seifenblasen in Menschengröße.

02_UkuleleAntje Benda: Das Pangea findet auf einem Hangar in Pütnitz statt. Ich habe von einigen Freunden gehört, dass dieser sehr weitläufig sein soll. Wie seid ihr zu diesem Standort gekommen und was macht ihn für euch so reizvoll?

Lisa Oldenburg: Die Idee des Pangeas exestierte schon lange in den Köpfen. Mit dem Gelände in Pütnitz wurde dann die perfekte Location dafür entdeckt und spielt eine ganz besondere Rolle. Auf dem ehemaligen Flughafen von Pütnitz wird das Pangea-Festival mit einer Menge Spaß & Action aufwarten. Pütnitz als Ortsteil von Ribnitz Damgarten liegt nicht einmal 5km vom Stadtzentrum entfernt direkt am Bodden. Das Gelände von Pütnitz ist auf jeden Fall historisch und hat mit seiner Größe von über 500 Hektar schon für die unterschiedlichsten Zwecke gedient. Von 1930 bis 1945 war der Flughafen eine Seefliegerschule! Aus dieser Zeit finden sich unendlich viele Bunker, Hangars, Schelter, alte Kasernen und Nutzgebäude. Selbst das ehemalige Kino aus den 30ern steht noch an Ort und Stelle.
Doch wirklich reizvoll ist am Ende die Kombination der rohen, klobigen ehemaligen Militärgebäude mit Natur pur wie in einem Nationalpark. Bäume, Blumen, Gräser, naturbelassene Wiesen wie auch Nutzfelder und „norddeutscher Dschungel“- und das direkt am Wasser!!

Antje Benda: Welche Entwicklung wird das Pangea noch nehmen?

Lisa Oldenburg: Das kann natürlich niemand so genau sagen, aber wir freuen uns darüber, dass internationale Pros der verschiedensten Sportarten anreisen, um sich auszutoben. Wir wünschen uns, dass die Insel Pangea ein Ort wird, an dem Menschen dem Alltag entfliehen können. An dem Funsportler Setups testen können, die es so noch nie gab und dass das Pangea zum mitmachen einlädt und anderen Menschen den Sport nahe bringt, der für uns immer im Mittelpunkt steht.